Wilder Westen oder findige Fahndung?
Darf die Polizei nach Krawallen auf Notfallstationen nach Tätern suchen?
DOI:
https://doi.org/10.21257/sg.292Abstract
Der Beitrag untersucht, ob die Polizei im Gefolge von Ausschreitungen in Notaufnahmen nach möglichen Tatverdächtigen suchen darf. Im Zentrum steht dabei die Frage nach der Zulässigkeit einer solchen polizeilichen Hausdurchsuchung. Ob eine solche Massnahme zulässig ist, hängt von der Verdachtslage und dem Vorliegen eines formgerechten Durchsuchungsbefehls ab. Zudem muss sie verhältnismässig sein. Diskutiert werden sodann die Folgen unzulässiger Einsätze, namentlich die Beweisverwertung. Zwar führen unzulässige Hausdurchsuchungen grundsätzlich zu einem Beweisverwertungsverbot, doch können nach Art. 141 Abs. 2 StPO zur Aufklärung «schwerer Straftaten» rechtswidrig und selbst strafbar erlangte Beweise verwertet werden. Diese Regelung ist rechtsstaatlich unhaltbar und muss de lege ferenda ersatzlos gestrichen werden.
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La présente contribution étudie dans quelle mesure la police est autorisée à rechercher des suspects au sein des services d'urgence hospitaliers à la suite d'émeutes. La question centrale porte sur la légalité d'une telle perquisition policière, laquelle n'est admissible que si elle repose sur des soupçons suffisants, s'appuie sur un mandat de perquisition valable et respecte le principe de proportionnalité. Si les perquisitions illégales entraînent en principe l'irrecevabilité des preuves, l'art. 141 al. 2 CPP permet toutefois leur utilisation afin d'élucider les « infractions graves », y compris lorsqu'elles sont obtenues de manière punissable. Selon les auteur·e·s, cette disposition est incompatible avec les principes de l'État de droit et devrait être, de lege ferenda, abrogée.
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